Boulderspäßle Vol. 6: Guerilliaktion der Kraxxler? – Mitnichten!

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Wer heute unser Kletter- und Boulderzentrum oder unser DAV-Haus in Friedrichshafen besucht, stolpert über ausgeschnittene und mit „Markenrechtsstreifen“ gefüllte Plakate. Und tatsächlich haben sich zwei fleißige Kraxxler gestern Abend an den Plakaten für unser kommendes Boulderspässle zu schaffen gemacht. Aber warum? Hier gibt’s die Hintergründe:
 
Das diesjährige Thema wurde von unseren Veranstaltern als Boulder-Parodie auf die berühmten Comic-Gallier konzeptioniert. Mit der „Operation Hinkelboulder“ sollten die tiefen Gräben, die manchmal zwischen Alpinisten und Boulderern bestehen, beleuchtet und verarbeitet werden. Das Ziel: Im finalen Wettkampf in einer bergsportuntypischen Disziplin, sollte sich der Konflikt in einem Appell an das wertschätzende Miteinander auflösen. Für einen ansprechenden Veranstaltungsrahmen haben Helfer um unseren Chef-Organisator Sören in tagelanger Arbeit Poster entworfen, Dekorationsdetails entwickelt und Bouldernamen vorbereitet. Schließlich sollten die Teilnehmer sich leicht in das Thema einfinden können. Um der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Konfliktsthematik genügend Raum zu geben wurde der Foyerbereich der Halle dafür reserviert und eine kreative Wild-Card-Lösung entwickelt.
 
Mit der Wild-Card sollen in diesem Jahr erstmals auch Boulderneulinge die Chance erhalten, sich im Finale den Titel zu sichern. In den Sonderaufgaben werden die für leistungsorientierte Bergsportler eher weniger wichtige Eigenschaften wie Kreativität und Gemeinschaftssinn in den Vordergrund gestellt. Schließlich soll im Spässlefinale nicht der kräftigste Boulderer, sondern der beste Kamerad am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen.
 
Eine runde Sache könnte man denken. Doch hier wurden Sören und seine Leute dann leider eines Besseren belehrt. Nachdem die Plakate und Onlinewerbung auf der Homepage gestartet wurde, ist unserem Webmaster ein möglicher Verstoß gegen das Markenrecht aufgefallen. Pflichtbewusst hat er alle kritischen Artikel gesperrt. Es folgte ein klärendes Gespräch  unseres Vorstandvorsitzenden mit der Justiziarin des DAV-Bundesverbands in München (an dieser Stelle herzlichen Dank für die echt sauschnelle Bearbeitung). Ergebnis: Die Gallier sind markenrechtlich geschützt und dürfen deswegen leider nicht an Boulderparties teilnehmen –zumindest wenn sie nicht offiziell von den Autoren geschickt werden. Gestern Abend wurde dieses Ergebnis dann noch einmal vom Sektions-Vorstand mit dem Veranstaltungsleiter diskutiert. Final wurde schließlich beschlossen, dass die markenrechtlichen Bedenken die Freiheiten einer Parodie überwiegen und kein Risiko eingegangen werden soll. 
 
In Anbetracht der kurzen Zeitspanne bis zum Boulderspässle gab es nach dieser Einschätzung nun kaum noch Handlungsspielraum. Schnell wurde entschieden, dass sämtliche markenrechtlich relevanten Details aus Sicherheitsgründen unkenntlich gemacht werden müssen. Die Gallier bzw. ihre Boulderkollegen Flashterix und Slopelix wurden also, man könnte sagen, vom Veranstalter ausgeladen.
 
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Glücklicherweise waren kurz nach dem Beschluss mehrere Kraxxler bereit, in mühevoller Kleinarbeit die Figuren aus den Plakaten auszuschneiden. Mit viel kreativem Gespür wurden die Plakate umgestaltet. Vielen Dank an dieser Stelle. Besonders beeindruckend dabei: Für die sehr ansehnlichen Neukreationen wurde ausschließlich das Werkzeug und Material verwendet, das unsere Kletterhalle spontan hergab. Vielen Dank in diesem Sinne auch an den Hallenwart, der scheinbar die unwahrscheinlichsten Situationen und Notfälle auf dem Schirm hat! 
 
Der ein oder andere wird sich nun vermutlich fragen: Umgestaltung des Konzepts = weniger Spässle?
Die Antwort von Sören ist hier eindeutig: „Spässle? Jetzt erst recht!“ In einer Nachtschicht wurde das bestehende Konzept von ihm überarbeitet. Der Kern, die Auseinandersetzung mit dem Thema des Bergsportlerkonflikts, bleibt bestehen und -Boulderneulinge aufgepasst!- die Wild-Card ebenfalls. Der Rest ist eh klar. Denn die ca. 40 Boulderprobleme waren schon immer bunt und werden es auch bleiben, genauso wie die gute Stimmung am Spässleabend! 
 
Neugierig? Anmeldung bis 7. März an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder direkt in der Kletterhalle (Anmeldebox).