Regenspass am Reschenpass mit dem Mountainbike

Angefangen hat eigentlich alles schon im Oktober 2017. Auf der Rückfahrt nach ein paar tollen Tagen mit dem Bike auf den Trails um Schlanders im Vinschgau herum sollte es auf der Heimfahrt noch einen Trail zum Abschluss in der bekannten drei Länder Enduro Region am Reschenpass geben. Dass dies wirklich der Abschluss der Saison werden sollte stellte sich dann erst auf dem Trail heraus. Es wurde der Haider Alm Trail gewählt, im unteren Drittel hat sich ein Stein zwischen Speichen und Schaltwerk gezogen und das Schaltwerk komplett verbogen. Zum Glück ging es eh nur noch bergab. Aber: Nun war da noch eine Rechnung offen die beglichen werden musste und so stand die Region am Reschenpass kurzerhand im MTB-Programm für 2018.
Ende August sind wir dann zu dritt aufgebrochen in der Hoffnung das vorhandene Trailfeuerwerk ausgiebig genießen zu können. Das Wetter sah eigentlich überhaupt nicht nach Genuss aus, so dass wir statt der geplanten drei Tage von Freitag bis Sonntag erst Freitag am Abend in unserer Unterkunft am Tendershof angereist sind. Nach einem äußerst leckerem Abendessen und ein paar mehr oder weniger alkoholischen Getränken war dann nebenbei auch der Plan für den Samstag gemacht. Das Wetter war immer noch nicht auf unserer Seite und so wollten wir nicht die schwierigsten Stellen im Regen fahren und haben den eigentlich auf Samstag geplanten liftunterstützten Tag auf Sonntag verschoben.
 
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Samstag ging es dann von Graun aus Richtung Osten in das Langtaluferer Tal hinein, welches Hochtourengehern auch wohlbekannt sein dürfte. Sind dort doch Zustiege zu z.B. Weißseespitze und Weißkugel zu finden. Unser Weg führte uns über schmale Pfade als auch über breite Forstwege immer weiter das Tal hinauf und gewährte uns immer wieder einen Blick durch die Bäume in das Tal und auch auf den Reschensee mit seinem bekannten Glockenturm. Das Glück war uns dabei auch die meiste Zeit das Wetter hold und
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wir wurden vom Regen verschont. Nass war es trotzdem. Es hieß auch vorab ja Regen und bis 10 °C. Aber da wir sowas schon erwartet hatten waren wir auch darauf eingestellt, dass eine extra Zwiebelschicht nicht vermisst werden musste. In der Masebner Alm konnten wir uns dann aufwärmen und stärken, deren einzigen Gäste wir zu dem Zeitpunkt waren. Weiter mussten wir dann trotzdem, auch wenn es dann doch noch angefangen hat zu regnen. Nun stand aber das eigentliche Ziel unserer Tour an. Der Trail, der unterhalb des Mittagskopf uns zum Einstieg in die Abfahrt zur Melager Alm führen sollte. Immer wieder hoch und runter ging es wieder einmal zuerst weitestgehend höhenmeterneutral durch die karge Landschaft bis wir uns endlich die Arbeit von der Schwerkraft abnehmen lassen konnten. Unten im Tal ging es dann wieder zurück zum See und unserer Unterkunft wo wir uns nach einem langen Tag das Abendessen haben schmecken lassen und uns auf den nächsten Tag freuten.
 
 
 
 
Der Sonntag sollte dann mit Liftunterstützung bestritten werden um möglichst viele der vorhandenen Trails fahren zu können und so ging es dann über Schöneben Trail, 3-Länder-Trail, Bunker Trail und wie sie alle heißen insgesamt ca. 5000 hm bergabwärts, bei denen uns auch eine Kuh- und Schafherde nicht aufhalten konnte, die zur selben Zeit beim Almabtrieb war und teilweise unsere Wege kreuzen musste. Anstrengend war es trotzdem, da wir relativ viele Transferstrecken in Kauf nehmen mussten und die Trails selbst auch nicht immer ganz einfach zu fahren waren und sich oft genug eine Schweißperle auf die Stirn verirrte. Teilweise auch aus Angst, da die Wege noch nicht alle ganz trocken waren und nasse Wurzeln Respekt verlangen. Spaß gemacht hat es aber allemal und die nächste Stufe, da waren wir uns einig, wären nun Trails im Schnee.
 
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Abschließend kann man sagen, dass es sich gelohnt hat dem Wetterbericht nicht zu vertrauen und einfach mal loszufahren und auf das Beste zu hoffen. Es wurde niemand ernsthaft verletzt, Kratzer und so können aber schonmal vorkommen, und wir sind alle gesund wieder zuhause. Auch die Unterkunft hat so begeistert, dass sie gleich als Basecamp für eine der im anstehenden Winter Skitouren ins Auge gefasst wurde. Danke an alle, die dabei waren und zum tollen Wochenende beigetragen haben.

Die Rechnung mit dem schwarzen Haideralm Trail ist übrigens immer noch offen. Es war einfach zu nass und es uns einfach zu riskant über die Wurzeln zu schlittern. Eine Fortsetzung der Reschenpass-Geschichte ist also nicht ausgeschlossen.

Bericht: Peter

Bilder: Patrick, Dieter, Peter

 

 

 

 

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