Mountainbike Tour durch den Rosengarten

Am Anfang war ein Tipp von einem Freund, der meinte dass die 2.440 m hochgelegene Schutzhütte Tierser Alpl bestimmt bikebar ist, dass dort ein Trail lang geht der „wie eine Autobahn ist“. Bei meinen online Recherchen wäre die „Autobahn“ aber „nur“ eine 1 Tages Etappe – was sich für eine Anfahrtszeit von 3-4 Stunden nicht lohnen würde. Aber da so manch ein Mountainbiker sich ja gerade abseits dieser Wanderweg „Autobahnen“ bewegt, wurde eine 3 Tages Tour durch den Rosengarten geplant.
Da ich immer gerne diese Ausfahrten mit anderen teilen möchte, habe ich die Tour im DAV Sommerprogramm annonciert.
Der vielleicht von mir zu unbedeutend angebende Zusatz „mit Schiebe- und Tragepassagen“ sollte sich dann doch auch bewahrheiten. Da ich die fahrtechnischen Fähigkeiten der Anmeldungen kannte und ihnen die Tour zutraute, ging es für uns vier an die Tour Vorbereitungen.
Als es dann zur den Hüttenübernachtungen kam, musste es dann doch schnell gehen da plötzlich Lagerplätze knapp wurden – der Grund wurde uns dann auf der Hütte klar, dazu aber nachher mehr. Wetterbericht sagte stabile Verhältnisse voraus (was ja +2000 hm mit ca. 14 kg Zusatzgewicht auf den Schultern recht wesentlich ist) und so fuhren wir am Freitagmorgen (den ersten Touren Tag) in unseren vereinbarten Fahrgemeinschaften los.
Wie geplant trafen wir uns mittags an der Talstation in Seis am Schlern. Bevor wir unseren Aufstieg von 1600hm unter der Seilbahn entlang und darüber hinaus zur Tierser Alpl antreten wollten, stellte sich während unserem obligatorischen Bike-Check bei einem Bike ein technischer Defekt an einem Pedal heraus. Zum Glück zu diesem Zeitpunkt, so konnten noch mit dem Reparatur-Set aus einem Auto Reparaturversuche unternommen werden. Leider konnte der Defekt nicht behoben werden und so mussten in dem Mountainbike Geschäft in der Talstation neue Pedale montiert werden. Mit einer leichten Verzögerung starteten wir also unseren Aufstieg, auf welchen wir dann mit einer wirklich guten Zwischenzeit nach ca. 900 hm die geplante Riegelpause machen konnten (wir haben sogar die Reparaturzeit wieder reingeholt). Im weiteren Verlauf des Weges konnten wir die sich immer wieder neu auftauchenden oder verändernden Panoramen bewundern.
 
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Als uns dann unterhalb der Tierser Alpl eine größere Gruppe ReiterInnen entgegen kam wurde unsere „Erste-Eindruck-Überschwemmung“ perfekt. Drahtesel trifft Pferd. Nach der max. 3 Minütigen warmen Dusche, konnten wird dann den Tag auf der Hütte bei einem sehr leckeren und immer wieder nach Nachschlag verlangenden drei Gänge Menü und dem ein oder anderen Weinglas ausklingen lassen. 
 
Der zweite Tag war dann der eigentliche Touren Tag. Nach 100m fahren schulterten wir unser Bike zum ersten Mal und nahmen den kurzen Aufstieg am Stahlseil direkt neben der Alpl in Angriff, um auf den ersten Grat des Dolomiten-Höhenweges zu gelangen. Als wir dann den Molignon-Pass überscheiteten, bekamen wir wieder die unbeschreibliche Schönheit dieses Bergmassives zu sehen. Zu Beginn des Abstieges das Bike noch tragend/schieben in den Kessel, konnten immer mehr Sektionen technisch gemeistert werden. Bei einer Verschnaufpause in der Mitte nahm uns dieser sonnenlichtdurchflutete Kessel vollends ein, wir schauten ungläubig zurück von wo wir kommen sind, aber auch was uns noch bevorstand. So machen wir uns wieder die Bikes tragend auf zur Grasleitenpasshütte. Dort genossen wir bei einer Riegelpause den Ausblick auf die Nordtürme.
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
     
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Damit wir unsere Runde entgegen dem Uhrzeiger fortsetzten konnten, bogen wir links ab um nach weiterem immer beschwerlicheren Aufstieg zu dem höchsten Punkt der Tour auf den Pas de Antermoa (2.770m) zu gelangen. Dort begannen wir die Abfahrt, oder besser gesagt fahren, absteigen, schieben, fahren,… . Zu meinem Glück wurden die Fahrstrecken schnell immer länger und so zirkelten wir die Spitzkehren hinab zum Lago d’Antermoa, wo uns wieder die atemberaubende Kulisse erwartete.
 
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Nach einer Pause passierten wir das Rifugio Antermoia, über den Pas de Dona und zirkelten uns weiter an staunenden, anfeuernden WandererInnen vorbei hinab in das Val de Dona. Als wir realisierten dass es Mittagszeit war, machten wir spontan halt bei dem Refugio Dona und erfreuten uns an der warmen Mahlzeit und dem tollen Wetter. Der Hüttenwirt war höchst interessiert, wo wir den her kommen und Tourenverlauf. Als wir ihm sagten, dass wir nach Fontanazzo abfahren wollen, um mit der Campitelle-col Rondella Bahn wieder hoch zu liften um den Sentiero Friedrich August Weg zu fahren, riet er uns davon ab. „Zu viele Wanderer auf dem Weg, das wird für euch keine Freude.“ Er gab uns aber einen Tipp, den Wanderweg Pra Molin rund um den Ponjin der uns in das Tal Pian führt, an dessen Ende wir wieder den Aufstieg zur Tierser Alpl antreten könnten. Nach der Gruppenentscheidung folgten wir seinem Rat und so fuhren wir durch einen zauberhaften Wald, dessen Waldboden übersät von jeglicher Art von Wald Pilzen war. Als uns der Wald an dem Refugio Micheluzzi regelrecht ausspuckte (es galt als letztes Hindernis einen tretlagertiefen Fluss zu durchfahren), waren alle wieder mit all den tollen Tageseindrücken regelrecht vollgepumpt. So machten wir uns durch das Tal auf, wieder zurück zu unserer max. 3-Min. Dusche und dem leckeren vier Gänge Menü (mit diversen Nachschlägen).
Bei unserer Ankunft bemerkten wir eine recht große Gruppe von Hütten BesucherInnen in Tracht. Als wir uns erkundigten stellte sich heraus, dass eine Gesangsgruppe aus dem Vinschgau zu Gast war, es gab sogar einen Sonderprogrammpunkt nach dem Abendessen, bei dem draußen im Fackellicht mehrere Lieder zu Besten gegeben wurde. Die traditionellen Lieder passten wunderbar zum Sternenhimmel und klangen durch den schroffen Fels. Aufgrund der Kälte wurde dann weiter im Essraum musiziert. Es wurde dem nach Zugaben klatschenden Hüttenpublikum noch mehrere Lieder vor der Hüttenruhe dargeboten, bevor dann jeder seinen Lagerplatz aufsuchte.  
 
Am Sonntag standen wir wieder vor 7 Uhr auf um zum dem Frühstück zu gehen. Da noch geschlossen war, genossen wir den malerischen Sonnenaufgang.
 
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Der Abfahrtstag machte seinen Namen alle Ehre. Nach einer kleinen Abfahrt ging es wieder tragend über den Gugglochegg hinauf auf den Rücken der Roterdspitze wo unsere ca. 1800 hm tiefe Abfahrt begann. Der Trail war eine reine Wonne, leider mit einem kleineren Defekt am Schaltwerk, was aber recht zügig wieder behoben werden konnte. Noch ein Anstieg vorbei am Schlernhaus, um den zirkelnden Abstieg über den Moarboden vorbei an der Sesselschwaige zu genießen. Der Weg führte uns weiter durch die Schlernschlucht, über Holzbrücken und angelegten Wegen.
 
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Als wir an eine Abzweigung über dem Tuff-Putzer Weg ankamen bogen wir rechts ab und schoben noch einmal einen kleinen Anstieg hinauf, um wiederum einen tollen Waldwanderweg zu genießen. Dieser mündet wieder in den Tuff-Putzer Weg. Wir rollten den Weg entlang zur Tuffalm, an der wir uns entschieden weiter auf dem Tuffweg zu bleiben, da das Bergverkehrsaufkommen in diesen Lagen eine reibungslose Wanderwegnutzung nicht mehr gewährleisten würde. Am Huberweiher mussten wir dann noch einen Platten reparieren, bogen auf einen kleinen Waldweg ein um den Völser Weiher zu umfahren. Wir folgten dem breiten Wald Wanderweg bis er an der Straße nach Seis an dem Vigilerhof endete. Als wir auf dem Weg zurück zu dem Parkplatz an einer Pizzeria vorbeikamen, entschlossen wir uns hier noch Mittag zu machen, bevor es wieder die vier Stunden zurück an den schönen Bodensee ging. Als Tourenleiter möchte ich mich bei der Super Gruppe bedanken und das wir zusammen diesen kleinen Abendteuer Ausflug mit all den wahnsinnigen Eindrücken erleben durften. Erst zu Hause beim Erzählen, Bilder zeigen und Bericht schreiben realisiert man was wir zusammen geschafft haben.  
 
Bericht: Patrick
 
Bilder: Steffie, Peter, Patrick
 
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