Panorama | © DAV-FN / Elmar Krayer

Skitourenwochenende auf der Maighelshütte

Unerwartet guter Schnee

07.02.2026

Nach einem frühen Start in Friedrichshafen erreichten wir überpünktlich den Parkplatz in Tschamut, sodass wir ausreichend Zeit hatten den Bahnhof zu besichtigen.

Samstag

Mit dem Zug ging es dann zum Oberalppass. Während der kurzen Fahrt wurden mit Schweizer Präzision unsere Fahrscheine kontrolliert. Am Pass starteten wir dann bei bestem Wetter den Aufstieg zum Pazolastock, zusammen mit 30 weiteren Personen. Die wollten aber alle schnell nach Andermatt, sodass wir den Gipfel nur mit 3 weiteren Tourengehern teilen mussten. Und es war immer noch bestes Wetter. Nach einer kurzen Pause im auffrischenden Wind machten wir uns schnell an die Abfahrt. Wider Erwarten waren die Schneeverhältnisse hervorragend, und dank einer vorausfahrenden Gruppe mit besten Gebietskenntnissen konnten wir ein paar Schwünge in unberührten Pulverschnee setzen. Das untere Drittel war dann leider nichtmehr so gut, naja, aber aufgrund der Schneelage wurden die Erwartungen trotzdem übertroffen. Im Tal konnten wir vor dem anfellen noch ein paar Minuten die Sonne genießen, bevor die letzten 250hm zur Hütte zu bewältigen waren. Bei einem kühlen Bier auf der Sonnenterasse machte der Ausblick Lust auf die Touren der kommenden 2 Tage. Die freundliche Bedienung machte den schmallippigen Empfang wieder wett. Obwohl die Hütte voll war, versorgte das Hüttenteam alle zügig mit einem leckeren Viergangmenü.

Sonntag 

Bereits direkt von der Hütte ergab sich die erste rassige Abfahrt. Diese ersten 100hm zauberten den Teilnehmern direkt ein Lächeln ins Gesicht. Weit, weit war dann der Weg durchs flache und schattige Val Maighels. Die meisten Konkurrenten um die unverspurten Hänge bogen Richtung Piz Ravetsch ab, sodass nur noch 3 Personen für uns zum Piz Alv spurten. Für das kurze Stück vom Skidepot zum Gipfel kamen dann endlich auch mal die Steigeisen zum Einsatz (bei denen, die sie brauchten). Bei der Abfahrt folgten wir den Spuren unserer Vorgänger und jeder hatte nur einen Steinkontakt. Wenn auch nicht viel Schnee lag, dann war die Qualität wirklich toll. Daraufhin entschieden wir, nochmal die Felle aufzuziehen und einer Spur auf den westlichen Teil des Maighelsgletschers zu folgen. So erarbeiteten wir uns nochmal 270hm Abfahrt in bestem Schnee. Leider hatte sich inzwischen das Wetter eingetrübt, und aus Angst im Blindflug den Weg zur Hütte suchen zu müssen machten wir uns auf den Rückweg. Weiter unten im Tal zeigte sich dann doch nochmal die Sonne und wir konnten die lang ersehnte Kuchenpause einlegen. Zum Schluss mussten nochmal die Felle aufgezogen werden, um die letzten 100hm zur Hütte aufzusteigen. Dort wurde uns zum Abendessen ein sehr leckeres burmesisches Nudelgericht (vom Juniorchef zubereitet) mit „spicy topping“. Da sich die Hütte nach dem Wochenendrummel geleert hatte konnten wir uns im Lager verteilen und hatten eine ruhige und angenehme Nacht.

Montag

Wie am Vortag starteten wir wieder mit der rassigen Abfahrt in den Talboden, um dann bei eisigen Temperaturen zum Maighelsgletscher aufzusteigen. Aufgrund der Lawinenlage endete der Aufstieg auf ca. 2700m unter dem Piz Ravetsch. Die Abfahrt bot nochmal großartigen Schnee, sodass wir gleich nochmal eine weitere Runde gedreht haben. Auf dem Weg zurück zur Hütte zeigte sich dann endlich auch die angekündigte Sonne. Nachdem unsere Kuchenreserven aufgebraucht waren, musste erneut der gegenanstieg zur Hütte erklommen werden. Auf der Sonnenterasse machten wir uns dann über die Kuchenvorräte der Hütte her. Auch die Abfahrt ins Tal bot noch einige kurze Hänge mit unerwartet gutem Schnee. Drei Tage im Pulverglück - wir haben das Beste aus der Schnee- und Lawinensituation gemacht.