Raus in die Natur! Tipps für gelungene Familienabenteuer

10.11.2022

Um am Leben zu wachsen, müssen Kinder die Welt begreifen. Sie müssen sich in der Natur frei bewegen können, sich auspowern dürfen, mutig und selbstwirksam sein. Warum die Natur? Weil sie ein wichtiger Erfahrungsraum für die kindliche Entwicklung ist. An keinem anderen Ort lernen Kinder besser für ihr Leben. In der Natur wird nicht nur die Motorik und Sensorik geschult, auch soziale, kognitive und emotionale Fähigkeiten werden entwickelt.

Teaser Raus ins echte Leben Flugmodus

Kälte? Dann erst recht raus!

Die Temperaturen sinken, es fällt der erste Schnee. Natürlich ist es da auch in der Wohnung besonders gemütlich. Aber Kälte und Schnee sind kein Hindernisgrund für einen Aufenthalt in der Natur. Denn: Die frische Luft stärkt das Immunsystem und weckt die Lebensgeister. „Der erste Schnee ist jedes Jahr aufs Neue für viele ein magischer Moment. Für Kinder ganz besonders“, weiß Catherine Wirth, beim Deutschen Alpenverein zuständig für das Thema Familienbergsteigen. „Niedrige Temperaturen und veränderte Witterungsbedingungen beeinflussen aber nicht nur „wo man rausgeht“, sondern auch „wie“ man im Winter mit Kindern unterwegs ist. Wenn es einmal schwer fällt, sich anzuziehen und rauszugehen, ist die Aussicht auf ein kleines Spiel oder Bastelprojekt eine prima Motivation loszuziehen. Dafür haben wir unsere Mikroabenteuer zusammengestellt“

 

Wanderungen mit Kindern im Winter

Für unvergessliche Erlebnisse in der Natur eignen sich im Winter neben dem Schlittenhügel ums Eck auch Waldwandertouren oder Spaziergänge in der Halbhöhenlage auf Forstwegen. „Klar sollte sein, dass die Tage im Winter kürzer sind, spätestens ab 16 Uhr wird es dunkel“, rät Catherine Wirth. „Verbunden mit dem Fakt, dass das Gehen im Schnee kräftezehrender ist als im Sommer, fällt die Entscheidung besser zugunsten der kürzeren Tour. Wenn der Schnee häufig taut und wieder gefriert, kann es auch eisig und glatt werden.“

 
Foto: Anna-stock.adobe.com
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Die richtige Ausrüstung im Winter

Wichtig bei allen Unternehmungen ist die richtige Ausrüstung, um kalten Füßen und Schnupfennasen erst gar keine Chance zu geben. „Empfehlenswert ist eine Kleidung nach dem Zwiebelprinzip. Das bedeutet, diverse Kleidungsschichten übereinander zu ziehen, um nach und nach einzelne Teile abzulegen“, rät Catherine Wirth. Zwiebelprinzip bedeutet: Funktionsunterwäsche, warme Hose, Fleecepullover/-jacke, Isolationsjacke, Hardshell-/Regenjacke. Denn: Gerade bergauf fließt der ein oder andere Schweißtropfen und die gefütterte Winterjacke ähnelt einer Fasssauna. Die Jacke ausziehen und in feuchter Kleidung weiterwandern ist in diesem Fall nicht die beste Idee – die Erkältungsviren haben dann leichtes Spiel.

Wichtig ist zudem, einen warmen Kopf zu behalten: Die meiste Wärme gibt der Körper über den Kopf ab. Daher ist eine Mütze ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel gegen Kälte. „Ein warmes, trockenes Wechselshirt im Rucksack zu haben, ist immer eine gute Idee“, weiß Catherine Wirth. „So vermeidet man Auskühlung, wenn man in einen Regen- oder Schneeschauer oder ins Schwitzen kommt.“

 
Foto: Sergey Novikov-stock.adobe.com
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Optimale Ernährung bei Minusgraden

Foto: pixabay
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Essen und Trinken ist beim Nachwuchs egal zu welcher Jahreszeit ein großes Thema. Kaum ist man losgegangen, haben die Kleinen Hunger. „Ausreichend und vor allem energiereiche Snacks sind natürlich auch im Winter zu empfehlen. Müsliriegel oder eine Banane sind schnelle und schmackhafte Energielieferanten“, erzählt Catherine Wirth. „Die Thermoskanne gefüllt mit Tee gehört zur Standardausrüstung. Eine tolle Abwechslung bietet aber auch eine Suppe in der Kanne. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt – Kartoffel- oder Kürbissuppe. Was dem Nachwuchs eben schmeckt.“

 

Hüttenurlaub im Schnee

Foto: DAV/Thilo Brunner
Foto: DAV/Thilo Brunner

Hüttenaufenthalte sind auch im Winter ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Auf der Seite „Mit Kindern auf Hütten“ findet sich eine Übersicht aller Hütten, die für Aufenthalte mit Kindern besonders gut geeignet sind. Zahlreiche der Hütten haben auch im Winter geöffnet und sind per Winterwanderweg oder Rodelbahn erreichbar.

 

Schneeschuhwandern – eine Option für Fortgeschrittene

Und wer ältere Kinder hat und es ambitionierter mag? Der kann mit dem Nachwuchs auch das Thema Schneeschuhwandern oder sogar Skitouren angehen. Allerdings sind eine gute Ausbildung und Ausrüstung sowie das Wissen zum Umgang mit der Lawinengefahr im ungesicherten Gebirge zwingende Voraussetzung. Am besten lässt man sich in einer Sektion vor Ort schulen. Das macht Spaß und gewährleistet einen sicheren, verantwortungsvollen Aufenthalt im Winter in den Bergen.

Hier gibt es allgemeine Informationen zum Thema „Sicher im Winter in den Bergen“.

 
Foto: DAV/Lena Behrendes
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Die DAV-Familiengruppen: Seit über 30 Jahren Partner am Berg und im Tal

Foto: yanlev-stock.adobe.com
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Wer sich beim ersten „Erlebnis Berg“ unsicher fühlt, kann die Familienangebote des DAV nutzen. Heute gibt es über 1.200 aktiv ausgebildete Familiengruppenleiter*innen in den Sektionen, die vor Ort Gruppen leiten und Touren anbieten. „Unsere Familiengruppen vermitteln Wissen und Sicherheit für das Unterwegssein in der Natur und im Gebirge“, erklärt Catherine Wirth. „Zudem unterstützen und vernetzen sie Familien. Sie ermöglichen Kindern, ihre Unternehmungslust, ihren Spieltrieb und ihren Bewegungsdrang voll auszuleben. Außerdem macht es in der Gruppe natürlich viel mehr Spaß.“ Neben einem vielfältigen Touren- und Kursangebot ermöglicht eine DAV-Mitgliedschaft vergünstigten Eintritt in Kletterhallen und bei Hüttenübernachtungen sowie einen umfassenden Versicherungsschutz in den Bergen.