Gruppe von fünf Personen mit Rucksäcken steht auf einem hölzernen Steg in einem Schilfgebiet | © DAV-FN / K. Knefel

Natur pur mit allen Sinnen-naturkundliche Wanderung Bad Wurzach

04.11.2026

Am Sonntag, 18.10.26 ging die Rucksacktour mit 5 Wanderlustigen unter Leitung von Karin Seuster nach Bad Wurzach zu einer naturkundlichen Tour. Wir erfuhren, daß das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried mit 17 km² eines der bedeutendsten Hochmoorgebiete Süddeutschlands ist. Der Rheingletscher hatte während der Eiszeit ein Zungenbecken geschaffen, in dem aus Schmelzwasserseen ein Moor entstanden ist.

Um 9 Uhr waren wir bereits vor Ort, bei Hochnebel aber trockenem Wetter. Vom kostenfreien Parkplatz am Kurhaus wanderten wir zunächst ein Stück durch den östlichen Teil des Wurzacher Rieds. Über Kies und Bohlenpfade ging es durch die unberührte Natur entlang dunkler Moorgewässer, die von Schilf, Torfmoos, Heidelbeersträucher, Rauschbeeren, Heidekraut, Gräser in allen Formen, Pfaffenhütchen,  Hartriegel, Tannen, Ahorn, Birken, Pappeln und Erlen und allerlei Pilze gesäumt wurden. Wir sahen Sumpflöcher, in denen ein 3 m Stab versank. Auch hatte der Biber bereits sein Revier gefunden. Der Nebel und die herbstliche Färbung zauberten eine besondere Atmosphäre, der Karin mit dem Gedicht „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff einen Gruseleffekt gab.

Nach einer kleinen Rast und einer Fahrradmüllentsorgungsaktion, ging es weiter über den Bad Wurzach Wanderweg Nr. 3 – durchs Röthelenbachtal und Stadtwald. Das Röthelenbachtal war eine weite Wiesenfläche durchsetzt mit kleinen Birkenwäldchen und unterbrochen von senkrecht zum Weg in regelmäßigem Abstand sich erstreckendem, kniehohem Gebüsch, das dem Schutz von Insekten und kleinen Tieren dient. Im Stadtwald angekommen, der hauptsächlich aus Nadelhölzern bestand, hat Karin uns wissenswertes über die Pilze erklärt und uns Gelegenheit gegeben, anhand einer Checkliste Baumpilze zu bestimmen. Was nicht so einfach war, da alle ähnlich aussahen, braun, mit Lamellen und auf dem Baum wuchsen.

Im Stadtwald führte der Weg an einem idyllischen Waldweiher vorbei, wo wir an einer Anglerhütte mit Sitzbank eine Pause einlegten. In einem Exkurs über Bäume erfuhren wir viel über ihre ökologische Bedeutung, welche Wunder sie vollbringen und welche Kraft in ihnen steckt. Mit einer Achtsamkeitsübung konnten wir uns auf einen Baum unserer Wahl konzentrieren, um ganz im hier und jetzt zu sein, den Geräuschen lauschen, die Gerüche wahrnehmen. Ein zartes Läuten rief uns zurück. Zur Erinnerung bekamen wir einen Kiefernzapfen mit würzigem Waldduft von Primavera und einen köstlichen Kräcker mit Tannenspitzenpesto. Über das Gehöft Untergreut mit Aussicht auf das Wurzacher Becken ging es hinunter nach Albers. Zurück nach Bad Wurzach nahmen wir den wunderschönen Bohlenweg im Ried und den anschließenden Kurpark. Ein Gedicht zum Anschluss malte ein buntes Bild über die ganze Hülle und Fülle der Landschaft.

Nach einem kleinen Abstecher im Naturkundemuseum ging es zum  Einkehrschwung in das Restaurant und Bistro „Torfstecher“. Last but not least haben wir noch einen Abstecher zum Kurhotel feelmoor gemacht, um dort das berühmte Moorbrot zu erstehen.

Wir bedanken uns herzlich bei Karin für den wunderschönen, informativen und erfüllten Tag in zauberhafter Landschaft.